3 Death by Thousand Cuts

"Tod durch tausend Schnitte" oder " Muerte por mil cortes" ist ein Dokumentarfilm in Spielfilmlänge, über die Bewältigung der Folgen der Entwaldung und der illegalen Holzkohleproduktion an der Dominikanisch-Haitianischen Grenze.

Abholzung und illegale Holzkohleproduktion auf beiden Seite der GrenzeDer Film, zeigt, wie die illegale Kohle, sowohl in den Bergen der Schutzgebiete der Sierra de Bahoruco, wie auch im Trockenwald auf Dominikanischem Gebiet, produziert wird. Laut Co-Direktor und Direktor, Jake Kheel bzw. Juan Mejia Botero zeigt die Doku, die in Toronto auf dem Hot Docs Dokumentar Film Festival Weltpremiere feierte, die größten Kohleproduzenten, diejenigen die hinter der Entwicklung der Kohlemeiler stehen, die Haitianer, die Kohle produzieren und die Geschichte rund um dieses Thema sowie die Versuche, diese Produktion einzudämmen.

"Die Idee dahinter war,einen sehr komplexen Film über die wichtigsten Problemfelder zu machen, der aber für alle Alterstufen geeignet ist. Es ist ein unterhaltsamer, weitgreifender Film, der aber dennoch der Komplexität des Themas gerecht wird", erklärte Mejia Botero in einem Gespräch mit Diario Libre.

Die Dreharbeiten zum Dokumentarfilm-Projekt, das vor fast vier Jahren mit einer gewissen Vorlaufforschung begannen, beschreiben auch die Lebensweise der Kohleproduzenten. "Die Kohleproduzenten sind in der Regel arm und machen diese Arbeit hauptsächlich weil sie keine Alternative haben. Sie produzieren nicht, weil sie das wollen, es ist etwas, an dem Menschen mit mehr Einfluss und Ressourcen beteiligt sind", erklärt Kheel.

Illegale Holzkohleproduktion in Haiti und der Dominikanischen RepublikJake Kheel begann das Studium der Frage der Entwaldung bereits im Jahr 2001 in der Sierra de Bahoruco und erkannte, dass einer der wichtigsten Faktoren, der zur Abholzung an der Dominikanischen Grenze beiträgt, die Produktion von Holzkohle ist. Und so entstand auch der Schwerpunkt des Dokumentarfilm. Das Team folgte der Kette der Verteilung und des Handels von Anfang bis Ende.

Es war harte Arbeit und es brauchte Zeit, um die Akteure kennenzulernen und ihr Vertrauen zu gewinnen, um jene zu erreichen, die das Sagen hatten, denn die Idee des Films war es, unterhaltsam zu sein um die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zu ziehen, aber auch das Bewusstsein für diese wichtige Situation des wahllosen Fällens von Bäumen zu fördern", sagt Kheel. Es ist ein sehr komplexes Thema. Es gibt viele Interessengruppen und für das Team bedeutete es umfassende Recherchen, die mit der Suche nach Experten auf dem Gebiet begannen und die Crew bis zum Ende der Dokumentation selbst fast zu Experten gemacht hat".

Das Team bestehend aus sechs Personen, das bis zu zwölf Stunden am Tag an der Produktion des Films gearbeitet hat, hat sich mit einem internationalen TV-Sender zusammengeschlossen. Auch auf lokaler Ebene wird der Film ausgestrahlt werden, verieten Kheel und Botero bei einem Besuch in der Redaktion von DL.

Illegale HolzkohleproduktionRechercheaufzeichnungen
Jake Kheel und Juan Mejia Botero haben festgestellt, dass es in Bezug auf das Thema des illegalen Handels von Kohle, eine starke Stigmatisierung gegenüber den Herstellern gibt. Im unteren Bereich des Trockenwaldes sind die Hersteller sowohl Haitianer wie auch Dominikaner und die Ärmsten der Armen. Es herrscht die Tendenz dazu, diese Produzenten zu stigmatisieren und sie als echte Bedrohung dieser Ökosysteme in der Dominikanischen Republik zu sehen, aber in Wirklichkeit liegt das Problem ein wenig höher, bei den höchsten Gliedern dieser Kette, bei jenen Menschen, die den tatsächlich den Verkehr und die Ressourcen kontrollieren, um diese Kohle zu verschieben.

Bezüglich der Arbeiten die durch das Ministerium für Umwelt in der Region durchführt werden, kritisiert man, dass die Forstbeamten, die hinter den Öfen her sind, als Einheit zusammenarbeiten sollten, um das System zu ändern. Die Forstbeamten zerstören die Öfen die sie in den Schutzgebieten finden, aber der Schaden ist bereits entstanden und zu leiden haben die kleinen Erzeuger, die keine andere Wahl haben. Sie können fünfzig Kohleöfen zerstören und am nächsten Tag, sind weitere fünfzig da, weil sie dort leben und versuchen ihren Lebensunterhalt zu verdienen", erklärt Jake Kheel.

"Illegal oder legal - ist Kohle ein Markt und immer dann, wenn eine starke Nachfrage herrscht und es ist keine wirklich brauchbare Alternative gibt, werden die Menschen Kohle produzieren und zwar sowohl in Haiti wie auch der Dominikanischen Republik", so Kheel.

Die Produzenten Jake Kheel und Juan Mejia BoteroEin Aufruf
Für Kheel und Botero ist wichtig, die Rolle der Dominikanischen Gesellschaft zu diesem Thema wiederzugeben. Man sagt oft - was macht das Umweltministerium, die Regierung, die Behörden - aber es handelt sich um ein sehr komplexes Thema, nicht nur eines der Behörden. Die Behörden sind ein Spiegelbild der dominikanischen Gesellschaft, und wenn die Gesellschaft sich nicht um ihre Wälder kümmert, ist es etwas, das langsam verschwinden wird", so Kheel. "Und das soll auch die Botschaft des Films sein - dass nicht nur das Umweltministerium (das beteiligt ist) ein wichtiges Instrument bei der Kontrolle ist, sondern wirklich auch die Dominikanische Gesellschaft, die sich dazu entscheiden muss, dieses Problem zu ihrer Priorität zu machen" betont er.

Botero forderte die Dominikanischen Gesellschaft unterdessen auf, nach Haiti zu sehen als Beispiel für die wahre Dimension, die dieses Problem annehmen kann. Denn Schnitt für Schnitt, wird man allmählich einen Punkt der Degradation erreichen, der jener in Haiti gleichkommt.

Jake Kheel - Dreharbeiten zu Doku Death by 1000 CutsJake Kheel, Co-Regisseur / Produzent
Jake Kheel hat seine Karriere dem Schutz der Umwelt in der Dominikanischen Republik gewidmet und ist tiefgreifend an verschiedenen Programmen für Lösungen von Umweltschäden auf der ganzen Insel beteiligt. Er sieht den Dokumentarfilm, " Muerte por Mil Cortes " (Tod durch tausend Schnitte), als Mittel, die Besorgnis unter den Dominikanern über die Zukunft der einzigartigen natürlichen Ressourcen der Insel zu wecken. Derzeit ist Jake Kheel als Umweltmanager des Puntacana Resort & Club in der Dominikanischen Republik tätig und leitet die Ökologische Stiftung Puntacana, eine gemeinnützige Einrichtung. Seine Umweltarbeit in Punta Cana ist national und international weithin anerkannt und hat zahlreiche Auszeichnungen für Führung und Innovation im Bereich Umweltmanagement für beide Organisationen gewonnen. Jake hat langjährige Erfahrung im Management von interdisziplinären Umweltprojekten, der Durchführung von Medien- und Sensibilisierungskampagnen und der Arbeit in den ländlichen Gemeinden. Er hat einen Master in Umweltmanagement an der Cornell University und einen BA in spanischer und lateinamerikanischer Literatur an der Wesleyan University.

Juan Mejia Botero - Direktor/Zweite KameraJuan Mejia Botero, Direktor /Zweite Kamera
Juan Mejia Botero ist ein preisgekrönter Regisseur, mit mehr als einem Jahrzehnt Erfahrung in der Produktion von Spielfilmen und Kurzdokumentationen. Seine Arbeiten waren in erster Linie konzentriert auf die Gemeinschaft, Medienmaterialien und die Dokumentationen der Zusammenarbeit. Geboren in Bogota, Kolumbien, wanderte er in die Vereinigten Staaten aus, wo er einen BA in Anthropologie und Soziologie am Swarthmore College, einen MA in Lateinamerikastudien an der Universität von Texas, Austin und einen Master in Sozialer Dokumentation an der Universität von Kalifornien in Santa Cruz gemacht hat. Das Erstlingswerk von Juan, ein dokumentarischer Spielfilm "Uprooted" über das Leben einer Familie vertrieben an die afro-kolumbianische Pazifikküste von Kolumbien, hat eine Reihe von Auszeichnungen gewonnen und wurde auf vielen Filmfestivals in den Vereinigten Staaten und im Ausland gespielt. Danach wurde auf PBS als Teil der Afropop Serie ausgestrahlt. Juan hat bei mehreren Dokumentarfilmen - Kurz- und Langformen - zu Fragen der Vertreibung, ethnischer Autonomie, staatlicher Gewalt, natürlicher Ressourcen und anderer Aspekte der Menschenrechte Regie geführt, die in Festivalkreisen und im Fernsehen viel gespielt wurden. Sein neuester Film, der Dokumentarfilm "Kampf um Land", der ein Produktionsstipendium der Film-Stiftung des Kulturministeriums von Kolumbien und einen Post-Produktions-Zuschuss des Tribeca Film Institutes erhalten hat, ist kurz vor der Fertigstellung, seine Veröffentlichung wird noch für dieses Jahr erwartet.

Interview Diario Libre - Jake Kheel - Juan Mejia Botero

Death by a Thousand Cuts auf Facebook

Webseite - Death by a Thousand Cuts

Trailer

Lesen Sie dazu auch
Die Tragödie der Sierra de Bahoruco

Magischer Wald - Sierra de Bahoruco

Der stille Kollaps der Wälder Hispaniolas

 Hispaniola.News unterstützen

 


flugreisen02 ani

kreuzfahrten09 ani

drive01 ani

 

Booking.com
Zum Seitenanfang