Haiti Wildlife Rosentrogon Priotelus roseigaster

Die Natur von Haiti ist auf Grund ihrer Artenvielfalt sehr wichtig für das Land.

Nach Angaben des UNEP-Weltzentrum zur Überwachung der Erhaltung der Natur (WCMC), wird Haiti als "eines der biologisch bedeutendsten Länder der Westindischen Inseln" betrachtet.

Von den schätzungsweise 5.600 Pflanzenarten auf der Insel Hispaniola, von denen einige nur in Haiti vorkommen, werden 36% als endemisch (nur in diesem Gebiet vorkommend) auf der Insel angesehen.Haiti ist ein gebirgiges Land, das im westlichen Drittel der Insel Hispaniola liegt und sich eine Grenze mit der Dominikanischen Republik teilt. Es gibt neun Lebensräume, von der flachen Wüste bis zu hohen Nebelwäldern, sowie vier Bergketten, Hunderte von Flüssen und Bächen sowie die Korallenriffe in den Meeren, die die Inseln umgeben.

Die Entwaldung und Erosion in Haiti sind besorgniserregendDie Probleme durch Umweltschäden, die wachsende Bevölkerung, Entwaldung und Erosion sind besorgniserregend; weniger als 2% des ursprünglichen Waldes sind auf Grund der Abholzung noch erhalten. Dieser Raubbau kann vom 17. bis zum 19. Jahrhundert zurückverfolgt werden - beginnend mit der Kolonisation Haitis durch Frankreich und der Bevölkerungsexplosion im 20. Jahrhundert sowie auf Grund von Forstwirtschaft und Zuckerindustrie, welche die Wälder und Umwelt Haitis schwer geschädigt haben.


Geografie

Massif de la Hotte im Südwesten von Haiti Die Merkmale des Inselterrains, das hauptsächlich bergig ist, variieren von 0 m Seehöhe am karibischen Meer bis zum mit 2.680 Metern höchsten Punkt in den Chaine de la Selle Bergen. Die Landnutzung verteilt sich zu 36,04 % auf Ackerland, 10,09% auf Dauerkulturen und 53,87% auf andere Kulturen sowie eine bewässerte Fläche von 97.000 Hektar. Das Massif de la Hotte, ein Teil des südwestlichen Gebirgszuges der Insel, weist, innerhalb des Macaya National Parks, einige Überreste der Nebelwälder auf und ist für seine endemischen Pflanzen- und Reptilienarten bekannt; Der Grau-gekrönte Palm-Tanager, der laut der Roten Liste der IUCN als gefährdet gilt, ist einer der seltenen endemischen Vogelarten hier.

Das Klima ist tropisch; die Berge im Osten, halten die Passatwinde ab und verursachen in einigen Bereichen semiaride Bedingungen. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge beträgt 1.461 Millimeter, diese ändert sich jedoch mit der Topographie und Windrichtung. Die Insel befindet sich in der Mitte des Hurrikan-Gürtels und erfährt damit von Juni bis Oktober schwere Stürme; gelegentlich sind Überschwemmungen und Erdbeben zu verzeichnen und manchen Jahren kommen auch Dürren vor.

Schutzgebiete

Cascade Pichon im Nationalpark La Visite Die Regionen mit extremer Artenvielfalt in Haiti, wurden mit einem rechtlichen Erlass vom 23. Juni 1983, zum Schutz und der Erhaltung der Ökologie und Biodiversität der identifizierten Gebiete, gesetzlich unter Schutz gestellt. Diese Regionen, wurden als Nationalparks deklariert, insbesondere die beiden großen amtlich bekanntgegebenen Nationalparks, der La Visite Nationalpark im Massif de La Selle und der Pic Macaya Nationalpark im Massif de la Hotte.

Neben dem Hauptaspekt der Erhaltung von Pflanzen und Tieren im Allgemeinen, ist die Parkverwaltung auch mit der Aufgabe, der Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Säugetiere wie dem Hutia (Plagiodontia aedium) und dem Dominikansichen Schlitzrüssler (Solenodon paradoxus), betraut. Darüber hinaus gibt es zwei weitere Parks, den Kiefernwald-National Park, im östlichen Massif de la Selle, und den historischen National Park mit der Citadelle Laferriére, dem Palast Sans Souce und der den Ruinen von Ramiers, im Massif du Nord. In diesen vier Parks sind Jagd, illegale Abholzung und Verwendung von Flächen für jede Art von Entwicklungstätigkeit nicht erlaubt; die Durchsetzung dieser Gesetze wird jedoch auf Grund unzureichender Finanzierung für Pflege und Sicherheitsvorkehrungen nicht sehr strengverfolgt. Besuchern ist es aber erlaubt, die Tierwelt, die Wasserfälle und die Besonderheiten des Regenwaldes in diesen Parks zu sehen.

Während die vier Nationalparks insgesamt eine Fläche von 25.000 Hektar schützen, gibt es Vorschläge weitere 18 Gebiete des Landes unter Schutz zu stellen, die eine Fläche von weiteren 23.000 Hektar umfassen

Kiefernwald im La Visite Nationalpark - HaitiLa Visite-Nationalpark

Der La Visite-Nationalpark (gegründet im Jahr 1983) erstreckt sich über eine Fläche von 2.000 Hektar auf dem Kamm der Massive de la Selle Gebirgskette zwischen den Berggipfeln Morne d'Enfer (1.900 m) und Morne Kadenau (2.155 m,) mit dem Pick Cabalo als höchsten Berg innerhalb des Parks mit einer Höhe 2.130 Meter. Der Park liegt etwa 45 Kilometer südlich von Port-au-Prince. Laut einer botanischen Studie, durchgeführt von Walter S. Judd von der Universität von Florida, welche die Pflanzen im Park erfasst hat, gibt es 326 Arten von Tracheophyten (Gefäßpflanzen), darunter 262 Arten von Blütenpflanzen, 76 Arten von Moosen und 19 Arten von Lebermoosen. Darüber hinaus sind von den erfassten Gefäßpflanzen, 112 Arten, (32%) endemische Arten auf Haiti.

Seit 2011 wurden in Wiederaufforstungsprogrammen, in Erinnerung an die 300.000 Menschen, die beim Erdbeben vom 12. Jänner 2012 ums Leben gekommen sind, 300.000 Sämlinge gepflanzt.


Pic Macaya Nationalpark

Der Macaya Nationalpark gilt als der größte Hot Spot der Biodiversität in HaitiDer Pic Macaya National Park auf der südlichen Halbinsel, liegt 198 Kilometer von Port-au-Prince und 36 Kilometer nordwestlich von Les Cayes und umfasst eine Fläche von 5.500 Hektar, welche eine Schlucht-Formation, die sich zwischen den Gipfeln des Pic Formon (2.219 Meter) und dem Pic Macaya (2.347 Meter) befindet, einschließt. Der Park verzeichnet eine jährliche durchschnittliche Niederschlagsmenge von 4000 Millimetern. Der Ravine Fluss entspringt in diesen Bergen und fließt durch den Park. Karst Kalkstein-Formationen und landwirtschaftliche Flächen sind ebenfalls Teil des Parks. Es gibt zwei Haupttypen von Vegetation im Park - die Feuchtwälder auf den Kalkstein-Formationen (in einer Höhe von 800-1200m) und der Nebelwald vereint mit Kiefernwald, der auch endemische Pflanzenarten aufweist. Die größten Bäume sind Kiefern, von denen einige bis 45 Meter hoch werden.

Hispaniola Laubfrosch - Osteopilus dominicensisBei detaillierten floristischen Erhebungen wurden 470 Arten von Gefäßpflanzen (trachophytes), darunter 367 Arten von Blütenpflanzen, 99 Arten von Moosen und 63 Arten von Lebermoosen aufgezeichnet. Darüber hinaus wurde von 136 Gefäßpflanzen berichtet von welchen 29 % endemisch in Haiti sind. Auch Orchideen wurden in großer Zahl gefunden. Andere Wildlebensformen sind Vögel und Amphibien, die meist endemisch sind. Die produktivsten landwirtschaftlichen Flächen der Plaine de Cayes liegen innerhalb der Parkanlage. Der Park hat viele Wanderwege (nicht markiert) einschließlich einer Bergwanderung zum Gipfel des Pic Macaya (2.347 Meter).


Korallenriffe

Karibischer Riffkalmar - Sepioteuthis sepioideaDie Korallenriffe in Haiti bedecken rund 1.000 Kilometer (620 Meilen) der Küstegebiete. Während davon ausgegangen wird, dass die Korallenriffe überfischt sind und Arten wie die Elchgeweih-Korallen auf die Liste der bedrohten Tierarten gesetzt wurde, wird angegeben, dass die Riffstruktur stabil zu sein scheint und die lebenden Korallen in der Regel 10% der Riffe besetzen und die Algen und Schwamm Abdeckung etwa 50% ausmacht. Dieser Lebensraum beherbergt karibische Fischarten und wirbellose Tierarten, die in der Riff-Struktur den benötigten Lebensraum finden. Fischer mit ihren Paddel- oder Segelbooten, die Reusen, Fischernetze, Speere oder Angeln benutzen, sind ein alltäglicher Anblick entlang der Korallenriffe. Um die Fischausbeute aus den Korallenriffen, wie in anderen Korallenriff-Regionen der Welt, auf das Niveau von 35 Tonnen pro Quadratkilometer zu bringen, hat die MacArthur Foundation in Haiti, ein Projekt zur Verbesserung der derzeit schwachen Fischproduktion, durch ein Netzwerk von Meeres-Schutzgebieten, initiiert. Das Projekt sieht ferner vor, den Haitianern Wissen über das wirtschaftliche Potential, aber auch die Notwendigkeit der Überwachung der Korallenriffe zu vermitteln.


Flora

Nebelwald im Macaya Nationalpark - HaitiDas florale Vegetation in der Natur von Haiti besteht aus tropischen Feuchtwäldern (ca. 200 Quadratkilometer ungestörten Regenwald), tropischen Trockenwäldern, Kiefernwäldern (in Teilen der beiden Nationalparks), Feuchtgebiete am Lago Enriquillo (Reste eines alten Meeres-Kanals) und Mangroven, die nur eine Fläche von nur 134 Quadratkilometern bedecken.

Riesige Baumfarne, Orchideen, Bayahondes (eine Varietät von Mimosengewächsen) an den Berghängen, Kakteen, Akazien und dorniger Wald auf den trockenen Ebenen und Mangrovenwälder an der Küste, prägen die Pflanzenwelt Haitis. In der Pflanzenwelt Haitis finden sich auch 300 Orchideen- und 600 Farnarten. Mahogoni, Rosenholz und Zedern sind einige der Bäume, die noch in den höheren Lagen existieren. Einige der Unterwasser-Arten sind 35 Arten von Steinkorallen in den Riffen, 54 Arten von Schwämmen und 12 Fächerkorallen.

Fauna

Schwarzkappen-Sturmvogel - Pterodroma hasitataBedrohte Arten
Im Massif de la Hotte allein gibt es 42 weltweit bedrohte Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien, die Schutzmaßnahmen benötigen. Die Ökosysteme der Küstengebiete wurde ziemlich gut erhalten und verfügen über Korallenriffe, Mangrovenwälder und Flussmündungen. Die Korallenriffe sind nicht Bestandteil der Nationalparks. 38 Arten stehen auf der Roten Liste der bedrohten und gefährdeten Tierarten. Von diesen Arten sind fast 50 % endemisch und vom Aussterben bedroht – drei Arten sind sogar kritisch bedroht. Einige dieser Arten wurden möglicherweise schon ausgerottet.

Zu den vom Aussterben bedrohten Arten gehören unter anderem der Schwarzkappen-Sturmvogel (Pterodroma hasitata), der Haiti-Bussard (Buteo ridgwayi), der auch endemisch ist, die Styxeule (Asio stygius) und die West- und Südschmätzertangare (beide endemisch).

Säugetiere
Dominikanischer oder Haiti-Schlitzrüssler - Solenodon paradoxusZu den gefährdeten Säugetieren im Land gehören der Haitianische Schlitzrüssler (Solenodon paradoxus) und die Hispaniola-Baumratte (Capromyidae). Eine Reihe von Arten von Nagetieren die früher im Land heimisch waren, sind mittlerweile ausgestorben, darunter auch das Berg Hutia, das Puerto Rico Hutia, das Samana Hutia sowie die Krummzahnmaus, Lemke´s Hutia, die essbare Hispaniola Ratte und das Falsche Hutia.

Zu den Meeressäugern die Haitis Gewässern leben gehören unter anderem Seekühe, Pygmäen Pottwal, Fraser-Delfin, Atlantischer Spinnerdelphin, Atlantischer Fleckendelphin, Langschnabeliger Delphin sowei der Pazifische Grindwal und der Graudelphin.

Es gibt eine große Anzahl von Fledermausarten und viele davon sind endemisch in Haiti. Einige der identifizierten Fledermausarten sind: Großes Hasenmaul, Schnurrbartfledermaus, Waterhouse Blattnasenfledermaus, Palla´s Bulldogenfledermaus, Mexikanische Trichterohr-Fledermaus, Große Bulldoggenfledermaus, Kubanische Blumen-Fledermaus sowie die Jamaicanische und Kubaische Frucht-Fledermaus.

Zu den erwähnenswerten eingeführten Säugetieren gehört das Wildschwein.

Hispaniola Schleiereule - Tyto glaucopsVogelwelt
Am Etang Saumâtre (Salzwassersee) wurden mehr als 100 Wasservogelarten einschließlich Flamingos verzeichnet. Es gibt über 200 Vogelarten, darunter der Palmschätzer, die Haiti-Drossel (La Selle Thrush), das eingeführte Guinea-Perlhuhn und die Grauscheitel Palmtangare, die einzigartig in Haiti sind.

Die Organisation Bird Life International hat 10 Vogel Areale, die eine Fläche von ca. 23.200 Hektar (1% der Fläche von Haiti) umfassen, identifiziert. Von diesen sind fünf in den vier Schutzgebieten lokalisiert, während die anderen fünf vorhandenen noch unter Schutz gestellt werden müssen. Die bekannteste unter den fast bedrohten Spezies ist der Grauscheitel Palmtangar (Phaenicophilus poliocephalus). Von den bis 2013 identifizierten 266 Spezies sind 14 Arten weltweit bedroht, 2 dieser Vogelarten sind in Haiti endemisch und 9 Arten wurden eingeführt. Der Hispaniola Trogon oder Rosentrogon (Priotelus roseigaster), der auch Haitis Nationalvogel ist, ist endemisch und laut der Roten Liste für bedrohte Tierarten, kurz davor bedroht zu sein.


Zu den Arten, die in den Kategorien kritisch bedroht, kurz vor der Bedrohung, gefährdet und verwundbar sind, gehören die folgenden:

Dominikaner-Kuckuck - Coccyzus rufigularisVom Aussterben bedroht

  • Haiti-Bussard (Buteo ridgwayi)

Gefährdet

  • Dominikaner-Kuckuck (Coccyzus rufigularis)
  • Haiti-Drossel (Turdus swalesi)
  • Hispaniola Kreuzschnabel (Loxia megaplaga)

Hispaniola Trogon oder Rosentrogon - Priotelus roseigasterKurz vor der Bedrohung

  • Virginia-Baumwachtel (Colinus virginianus)
  • Blaufußreiher (Egretta rufescens)
  • Karibenblässhuhn (Fulica caribaea)
  • Flötenregenpfeiffer (Charadrius melodus)
  • Sanderling (Calidris alba)
  • Grasläufer (Tryngites subruficollis)
  • Weißkopftaube (Patagioenas leucocephala)
  • Rosenschultertaube (Patagioenas inornata)
  • Haitinachtschwalbe (Siphonorhis brewsteri)
  • Schornsteinsegler (Chaetura pelagica)
  • Hispaniola od. Rosentrogon (Priotelus roseigaster)
  • Palmkrähe (Corvus palmarum)
  • Goldflügel-Waldsänger (Vermivora chrysoptera)
  • Grauscheitel Palmtangare (Phaenicophilus poliocephalus)

Spiegel-Waldsänger - Xenoligea montanaVerwundbar

  • Kubapfeiffgans (Dendrocygna arborea)
  • Haiti-Sittich (Aratinga chloroptera)
  • Blaukronenamazone (Amazona ventralis)
  • Antillenkrähe {Corvus leucognaphalus)
  • Antillenschwalbe (Tachycineta euchrysea)
  • Bicknelldrossel (Catharus bicknelli)
  • Spiegel-Waldsänger (Xenoligea montana)

Nashornleguan - Cyclura cornutaReptilien

Das Amerikanische Krokodil hat seinen Lebensraum am Etang Saumâtre. Kaimane kommen auch in den Flüssen im südlichen Teil der Halbinsel vor. Schlangenbeschwörung ist ein aktives Geschäft in Haiti und oft werden wilde Schlangen im Land gejagt.

Amphibien

Sechs Arten von Amphibien (Fröschen) wurden in Haiti gefunden – dazu gehören der Eleutherodactylus dolomedes. der Eleutherodactylus Corono, der Eleutherodactylus thorectes, der Eleutherodactylus Amadeus und der Eleutherodactylus glanduliferoides. . Der La Selle Grasfrosch, eine wahrscheinlich ausgestorbene Spezies konnte nicht nachgewiesen werden. Die endemischen Froscharten wurden in den abgelegenen Bergen im Süden von Haiti gefunden und werden als "Barometer Spezies" für die ökologische Gesundheit des Inselstaates betrachtet.

Haiti Baumschnecke - Liguus virgineusWeichtiere

Es gibt eine bestimmte Art von Baumschnecken, die nur auf bestimmten Baumarten des Landes überleben kann. Solche Schnecken wie die Haiti-Baumschnecke werden oft für ihre Schönheit bewundert.

 

 

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