Haiti Steigende Preise Wenig Produkte Auf 22 Märkten wurde in Grand Anse, Nippes und Sud, jenen Departments, die am meisten vvon Hurrikan Matthew betroffen waren, wurde eine Analyse der Situation durchgeführt.

In Zusammenarbeit mit CNSA, FEWSNET, dem Ministerium für Landwirtschaft und CARE, führte das Welternährungsprogramm (WFP) systematische Interviews mit ein oder zwei wichtigen Informanten und durchschnittlich fünf Händlern pro Markt durch.

Als Ergebnis aus diesen Gesprächen ergeben sich einige Einschränkungen für das normale Funktionieren der Märkte. Im Allgemeinen haben die befragten Märkte zwar wieder geöffnet und arbeiten mit der gleichen Häufigkeit wie vor dem Hurrikan, jedoch ist auf den Märkten von Grande-Anse, dem am stärksten betroffen Department ein bedeutender Anteil der Händler noch nicht wieder zurück im Geschäft. In den Märkten von Nippes und Sud sind die meisten Händler wieder aktiv.

Fast einstimmig wurden als die bedeutendsten Infrastrukturschäden die Zerstörung der Transportwege und Lebensmittelgeschäfte in der vom Hurrikan-zerstörten Zone erwähnt. Auch hier scheinen die Märkte in Grand-Anse am stärksten von den Zerstörungen betroffen zu sein, während die Infrastruktur für die Märkte in Nippes und Sud weniger geschädigt wurden. In fast allen Märkten gibt es Händler, die berichten, dass die Sicherheit aufgrund von Banditen und Nahrungsmitteldiebstählen in den Märkten wie auch auf den Transportwegen zurückgegangen sei.

Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln in den Märkten

In allen Märkten ist die Verfügbarkeit lokaler Produkte gering. Wegen des Hurrikans, der am Höhepunkt der Bananen-, Bohnen- und Yamsernte einschlug, sind diese entscheidenden Saisonprodukte vor allem auf den Märkten in Grande-Anse kritisch niedrig. Im Augenblick stehen vor allem importierte Produkte wie Reis oder Mais auf diesen Märkten zur Verfügung. Zusätzlich zum Mangel an Verfügbarkeit von lokalen Produkten, zerstörte der Hurrikan auch einen erheblichen Anteil der Nahrungsmittelbestände in den lokalen Lagern.

Die meisten Märkte, vor allem solche, die über den Seeweg zugänglich sind, können mit einer Verzögerung von einer oder zwei Wochen auf einen Anstieg der Nachfrage reagieren. Die Produkte, die derzeit verfügbar sind, sowie die ausgelieferten Produkte werden aus dem Ausland importiert. Die Zerstörung der Transportwege, stellt auf einigen Märkten, vor allem auf den Binnenmärkten, ein erhebliches Problem bei der Lieferung von Waren dar. Ein großes Hindernis für viele Händler ist neben der Knappheit der verfügbaren Waren auch der Mangel an Zugang zu Krediten für den Kauf von Lieferungen in großen Mengen.

Konsumentennachfrage und Preisentwicklung

Der starke Rückgang der Nachfrage nach Waren ist den meisten Märkten vor allem auf drei Hauptgründe zurückzuführen - die niedrigere Kaufkraft der Verbraucher aufgrund von Plantagenzerstörung und Ernteverlust, die steigenden Rohstoffpreise vor allem für Mais und Reis sowie die Verfügbarkeit von Lebensmitteln in Form von Hilfsleistungen, um Marktdefizite auszugleichen.

Die Lebensmittelpreise sind seit dem Hurrikan in allen Märkten gestiegen. Im Oktober stiegen die Preise für die wichtigsten Grundnahrungsmittel um 15 bis 25%. Neben dem Mangel an Waren schlägt sich vor allem auch die Verwendung von alternativen Transportwegen oder -mitteln in den höheren Marktpreisen wider. Auf den Märkten im Departement Grande-Anse wurden die höchsten Preissteigerungen verzeichnet, während in den Departements Nippes und Sud die Aufwärtstendenzen wesentlich moderater sind, so sie überhaupt ersichtlich sind. Seit Anfang November scheinen die Preise auf das Niveau vor Matthew zurückzukehren, was die Zugänglichkeit zu Nahrungsmittel wieder etwas erhöht.

Laut der Analyse der Verfügbarkeit von Waren auf den Märkten ist eine Bargeld-basierte Übertragung(CBT)  eine machbare Antwort. Das größte Risiko als Reaktion auf ein CBT-Reaktion wären Preisschwankungen, die zu einem plötzlichen Einbruch der Kaufkraft der Begünstigten führen könnten. Sollte CBT umgesetzt werden, kann die zunehmende Nachfrage nach Nahrungsmitteln auch Einfluss auf die Märkte und Handelsmöglichkeiten haben. Diese Auswirkungen, insbesondere auf die Preise, müssten wöchentlich überwacht werden, so dass der Transferwert eine stabile Kaufkraft gewährleistet.

Auf der Händlerseite liegen die größten Besorgnisse im Zusammenhang mit CBT bei ihren Beschränkungen, eine zuverlässige Versorgung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen und hier vor allem bei ihrem Fehlen eines stetigen Geldflusses und des mangelnden Zugangs zu Krediten um ihre Bestände wieder aufzufüllen. Gemischte Meinungen kamen von den Händlern in Bezug auf die Durchführbarkeit eines Gutscheinprogramms, da es für einige Händler in der Vergangenheit weniger vorteilhaft und kompliziert zu verwalten war. Angesichts dieser Einschränkungen empfiehlt es sich, standardmäßig mit einem uneingeschränkten Bargeldtransfer zu beginnen, der über einen Mobilfunkanbieter erfolgen kann

Für die Begünstigten könnte eine uneingeschränkte Geldüberweisung wesentlich mehr positive Effekte als nur die Ernährungssicherheit haben, da sie ihnen die Flexibilität bietet, das Geld für die Wiederherstellung ihrer Lebensgrundlagen zu nutzen. Es sollte eine mittelfristige Beobachtungsstrategie für die Verteilung nach dem Hurrikan durchgeführt werden, um die Konsummuster der Empfänger zu untersuchen und vorläufig sicherzustellen, dass das Geld positive Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit hatt.

Allgemeine Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Hohe Nahrungsmittelpreise sind der Hauptgrund für einen Bargeld-Transfer in den vom Hurrikan betroffenen Departments. Basierend auf der Analyse der Preise Ende Oktober kostet ein lokal zu erwerbender Lebensmittelkorb von 250g Reis, 100g Mais, 80g schwarze Bohnen und 50g pflanzliches Öl auf den Märkten von Les Cayes und Miragoane zwischen 29-32 Gourdes  und 32-37 Gourdes auf den Märkten von Jeremie. Ein täglicher Transferwert von 30-35 Gourdes pro Person wäre daher angemessen, um den Nahrungsmittelbedarf der Bevölkerung zu decken.

Wichtig sei auch, die Entwicklung der Preise eines durchschnittlichen Lebensmittelkorbes für einige wichtige Standorte in den drei Departments zu überwachen. Der Geldtransferwert könnte entsprechend angepasst werden, da sich die Märkte von den derzeit beobachteten gestiegenen Preisen erholen. Im November scheinen die Lebensmittelpreise in den Departements Grand-Anse und Sud bereits sinkende Tendenzen zu zeigen. Ein Geldtransfer-Programm könnte den Begünstigten helfen, sich auf die Wiederherstellung ihrer Lebensgrundlagen zu konzentrieren und ihr Land für die kommenden Pflanz- und Erntezeiten vorzubereiten.

Die Befragung zur Ernährungssicherheit, die von der CNSA (Nationale Koordinierungstelle für Lebensmittelsicherheit) und ihren Partnern durchgeführt wurde und deren endgültige Ergebnisse Ende Dezember verfügbar sein werden, sollte dazu beitragen, die Entwicklung des Verbrauchs in diesem Bereich zu verfolgen und künftige Bargeld- und Gutscheinprogramme in diesen Bereichen weiter anzupassen.

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