Wachsende Besorgnis wegen Nahrungsmittelunsicherheit im Jahr 2017Port-au-Prince - Die Besorgnis über die fortgesetzte Ernährungsunsicherheit im Jahr 2017 wächst, da die Landwirtschaft durch den Mangel an Saatgut und Schuttaufräumung geschwächt bleibt.

Die humanitären Partner sind zunehmend besorgt über die Ernährungssituation in den am stärksten von Hurrikan Matthew betroffenen Gebieten. Die Notfall-Ernährungssicherheitsbeurteilung (EFSA), geleitet vom Welterrnährungsprogramm (WFP) und dem nationalen Zentrum für Ernährungssicherheit (CNSA) hatte in unmittelbarer Folge des Hurrikans ergeben, dass etwa 806.000 Menschen von einer schweren Ernährungsunsicherheit betroffen waren, was das Risiko einer Mangelernährung unter gefährdeten Gruppen wie Kindern unter fünf Jahren (12,5% der Bevölkerung) sowie schwangeren und stillenden Frauen (2,5% der Bevölkerung) erhöht.

Haiti - Zerstoerte Landwirtschaft nach Matthew UNICEF, das Ministerium für Gesundheit und Bevölkerung (MSPP) und ihre Partner führten im November aktive Überprüfungen in drei der am stärksten betroffenen Gemeinden in Grand'Anse (Les Irois, Anse d'Hainault und Dame Marie) sowie sechs Gemeinden im Süden des Landes durch. Die Ergebnisse deuten auf eine Verschlechterung der Ernährungssituation hin, mit zwei bis viermal höheren Mangelernährungsniveaus als die Niveaus in normalen Untersuchungen.

In den am stärksten vom Hurrikan Matthew betroffenen Gebieten, die 60% der landesweiten Pflanzenproduktion ausmachen, lag die Pflanzenzerstörung zwischen 75 und 100%. Die Winterpflanzsaison endet in den nächsten Tagen und nur ein Bruchteil der Landwirte (18%) haben neue Samen erhalten, während die Beseitigung von Trümmern andauert, was die Wiederaufnahme der Landwirtschaft ebenfalls beeinträchtigt.

Auch die Fischerei wurde durch die Zerstörung von Booten und Fischereiwerkzeugen beeinträchtigt. Die Nahrungsmittelbestände sind erschöpft. Die Region ist daher von einem anhaltend hohen Niveau der Nahrungsmittelunsicherheit mit einem Spitzenwert bis Mitte 2017 bedroht, wenn der Ertrag der nächsten Pflanzsaison im März nicht optimal ist.

Haiti - Erntefoerderung als Hilfe nach Hurrikan MatthewDiese Situation weist auf die Bedeutung einer baldigen Erholung hin. Bis heute haben rund 150.000 Menschen einkommenschaffende Unterstützung erhalten, um den Neustart zu erleichtern. Eine Überprüfung der EFSA wurde von den Partnern zwischen dem 15. und 22. Dezember durchgeführt. Jedoch beträgt der Fehlbetrag für die längerfristigen Übergangs- und Wiederaufbaumaßnahmen 44% der Anforderungen. 21 Millionen US-Dollar sind erforderlich, um volle Nahrungsmittelhilfe-Rationen für 800.000 Begünstigte für den Zeitraum drei Monate zur Verfügung zu stellen.

Aufgrund der begrenzten Finanzierung wurde die verteilten Rationen bereits auf 83% der vollen Ration gesenkt. Von den 9 Millionen US-Dollar, die von der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) in einem dringenden Hilfsappell verlangt wurden, fehlen noch 5,6 Millionen Dollar für die sofortige Ernte-, Vieh- und Fischereiförderung für 300.000 vom Hurrikan betroffene Menschen in Haiti.

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