Haiti - Mama mit Baby Für viele von Haitis Kindern ist es eine große Leistung, lange genug zu leben, um ihren ersten Geburtstag zu erleben. In der Realität, erreicht einer von 14 Säuglingen in Haiti niemals einen solchen Meilenstein.

Leider stellt das Erreichen des ersten Geburtstages das Überleben auch nicht sicher. In der Karibik und in Lateinamerika sterben die Kinder in Haiti häufig noch vor dem Erreichen des 4. Lebensjahres. Dies ist sicherlich ein Grund zur Beunruhigung.

Auch in Europa ist es ein einschneidendes Erlebnis, wenn das Baby, auf Grund von Präeklampsie (zu hoher Blutdruck und zusammen mit erhöhter Eiweißausscheidung im Urin) als Frühchen in der 28. Schwangerschaftswoche mit einem Geburtsgewicht von nur 2 Kilogramm geboren wird. Für die Mutter eines Frühgeborenen ist diese Erfahrung eine echte Qual, ausschlaggebend aber ist, dass Mütter hier meist schon in der Schwangerschaft über dieses Problem, seine Symptome und mögliche Folgen aufgeklärt werden. Diese Information rettet in den meisten Fällen das Leben der Mutter und des ungeborenen Kindes.

Nicht so in Haiti, wo viele Familien diese Informationen gar nicht erst erhalten, sei es weil sie sie zu weit weg von medizinischer Versorgung leben oder sich diese nicht leisten können.

NPH Haiti Neonatologie St Damien (c) NPH HaitiWir hier sind gesegnet, unsere Babys im Fall der Fälle in hochmodernen Neugeborenen-Intensivstationen zur Welt bringen zu können, wo die Kinder die bestmögliche Pflege erhalten und die Mütter während und nach der Geburt eine angemessene Aufklärung und Schulung erhalten um das Überleben ihrer Kinder zu sichern. Leider haben viele Mütter in Haiti diese Chance nicht.

Viele der vorzeitigen Todesfälle wären vermeidbar, denn sie sind das Ergebnis eines ungesunden Lebensstils, schlechter Ernährung und fehlender Schwangerschaftsvorsorge. Um den Rückgang der Sterblichkeitsrate unter Säuglingen und Kleinstkindern in Haiti zu gewährleisten, wären landesweite Bildungsprogramme erforderlich.

Solche Programme würden dazu beitragen, das Leben von Müttern und Säuglingen in den am meisten verarmten Gebieten Haitis durch nachhaltige Bildung vor-, während und nach der Schwangerschaft zu verbessern. Es besteht kein Zweifel, dass Organisationen wie der Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) zu einer solchen Initiative verpflichtet sind, aber man kann auch nicht leugnen, dass generell mehr getan werden könnte.

Eine Initiative die sich schon seit einigen Jahren für die Gesundheit von Müttern und Kindern einsetzt ist das Projekt PRISMA (Projekt für integriertes Management Mutter-Kindgesundheit in Artibonite), das schon in der ersten Phase (2011-2016) Fortschritte in diesem Bereich erzielt hat.

Ende letzter Woche hat nun Kanadas neu akkreditierter Botschafter in Haiti André Frenette, ein Abkommen zwischen Global Affairs Canada, Haitis Ministerium für öffentliche Gesundheit und Bevölkerung (MSPP) und Planung und externer Cooperation (MCPE) für das Folgeprojekt PRISMA II unterzeichnet.

Kids in HaitiDieses soll aufbauend auf die Forstschritte aus dem ersten Projekt durch verstärkte Aktivitäten, die Inanspruchnahme und Bereitstellung von Gesundheitsdiensten verbessern, die an die Bedürfnisse von Müttern, Neugeborenen und Kindern angepasst sind. Dadurch werden mehr als 200.000 Frauen und Kinder von den Dienstleistungen profitieren, die in den von PRISMA unterstützten Gesundheitseinrichtungen angeboten werden.

Ermöglicht wird diese Initiative durch die finanzielle Unterstützung von fast 20 Millionen Dollar durch die Regierung von Kanada.

Die Kinder von Haiti sind wichtig und sie sollen ein langes und gesundes Leben führen dürfen, denn sie sind die Zukunft des Landes - die aktuelle Lebenserwartung der haitianischen Kinder gibt allerdings wenig Anlass zur Freude. Die einzige Möglichkeit, diese hohe Kindersterblichkeit zu verhindern ist auf lange Sicht Bildung und Bewusstsein durch Aufklärungs- und Betreuungsprogramme für die Mütter - diese werden eine Schlüsselrolle bei der Senkung der Säuglingssterblichkeit spielen.

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