Haïti, terre paysanne.Zur Zeit verursacht die politische Dekadenz und die Wut in der Bevölkerung viele Schlagzeilen in und ausserhalb von Haiti. Doch die negativen Schlagzeilen aus diesem Land, oft verbunden mit den ewig gleichen Klischees, lassen zu schnell vergessen, dass Haiti auch seine positiven Entwicklungen hat – sozusagen die Kehrseite der viel zu gerne präsentierten Medaille.

 Die zwei Seiten der Medaille – oder ein Plädoyer für die vielen Friedensaktivisten in Haiti

Ja, politische Dekadenz und soziale Wut in Haiti machen heutzutage Schlagzeilen. Aber es gibt auch die andere Seite der Medaille: die ständigen Bemühungen vieler widerstandsfähiger Haitianer, die sich vorbehaltlos für den Wohlstand ihres Landes einsetzen.

Ja, heute kommt es in ganz Haiti zu gewaltsamen Ausschreitungen, Plünderungen und Morden. Aber auch viele Initiativen friedlicher Aktivisten. Ihr Ziel: die Neuausrichtung des Landes auf eine integrative und nachhaltige lokale Sozioökonomie trotz der zu lange anhaltenden Einschränkungen durch extreme politische Instabilität.

Hier ein kleiner Einblick in das Tun der positiven Aktivisten:

Abner September, Inhaber des Hotels Villa Ban Yen und UmweltschützerViele Projekte in Haiti finden zu wenig Beachtung, einige kennen nicht einmal die Einheimischen, geschweige jemand über die Landesgrenze hinaus.

Da wäre insbesondere RENAPROTS zu erwähnen. RENAPROTS wurde 2003 gegründet und ist bestrebt, ein Angebot von Ökotourismus-Routen einzuführen, das sich auf die Entdeckung und Förderung lokaler Produkte von Haiti wie der Kaffeeroute und in jüngerer Zeit der Kakaoroute konzentriert.

Seit mehr als 15 Jahren arbeitet das Netzwerk mit mehr als zwanzig lokalen Partnern im ganzen Land zusammen. Dazu gehören unter anderen:

- Jacmel Experience, ein verantwortungsbewusstes Tourismusunternehmen mit Sitz in Jacmel (Südosten von Haiti) / https://www.facebook.com/ExpJacmel/

Hotel Villa Ban Yen- Die Association of Dondonnais in Action engagiert sich für alternativen Tourismus im Norden von Haiti. / https://www.facebook.com/ADA.Dondon/

- l’Institut de Recherche et d’Appui Technique en Aménagement du Milieu, das Institut für Forschung und technische Unterstützung in der Umweltplanung, an dem mehr als 400 in den Bergen (Nordosten) lebende Landwirte und Züchter teilnehmen. / https://www.facebook.com/iratam2000/

- l’hôtel Rayon de Lumière, Förderer der befestigten Stadt Marchand Dessalines (Artibonite), einem hohen Ort des historischen Erbes von Haiti- / https://www.facebook.com/hotelrayondelumiere/

- l’Association des Paysans de Vallue, Die Bauernvereinigung von Vallue, Animatoren des haitianischen ländlichen Erbes. https://www.babel-voyages.com/association/apv-association-des-paysans-de-vallue

und wie anfangs erwähnt einige andere mehr.

"Wir wollen die Solidarität zwischen den Mitgliedern des Netzwerks stärken, interne und externe Partnerschaften aufbauen und die Produkte unserer Gemeinden fördern, um zum sozioökonomischen Einfluss des Landes beizutragen", so Rudolf Derose, RENAPROTS-Koordinator.

Route de CafeLandwirtschaftliche Alternative – Haiti hat Potential

Der Agrarsektor in Haiti macht zur Zeit fast 20% des BIP aus. Es ist eine der Haupteinnahmequellen des Landes. Das Land verfügt zwar über eine beeindruckende Vielfalt an landwirtschaftlichen Lebensmitteln (Kaffee, Bananen, Mangos, Kakao, Reis, Zitrusfrüchte, Zuckerrohr, Bohnen, Mais, um nur einige zu nennen) und auch eine breitgefächerte ländliche Bevölkerung. Vor allem die Landwirtschaft, die Produktivität und die Beschäftigungsfähigkeit in der Landwirtschaft sind aber nach wie vor große Herausforderungen. Hier sollte längst mehr unternommen werden um viele Regionen im Land besser zu unterstützen und somit einer effektiven Entwicklung Vorschub zu leisten. Und Landwirtschaft ist nicht gleich „nur“ Landwirtschaft. Es heisst nebst Ernährungsgrundlage, Arbeit, auch Entwicklung und zudem Möglichkeiten spezielle Bereiche im Tourismus zu fördern.

Ein Beispiel ist Vallue, eine ländliche Gemeinde auf 750 Metern Höhe (in etwa eine Autostunde von Port-au-Prince entfernt), in der Abner September, Soziologe, Unternehmer und Eigentümer des Hotels Villa Ban Yen, sein Engagement für die Umwelt zum Ausdruck bringt. Agrotourismus mit Rücksicht auf kulturelle Bewahrung, Verbesserung und Wohlstand der Lebensweise der haitianischen Bauern. Mehr Infos zum Hotel finden Sie auf deren Webseite.

Abner September, der eine Leidenschaft für sein Gebirgsland hat, fördert unermüdlich den Agrotourismus in Haiti als "sichere Alternative für die Renaissance des haitianischen Tourismus". Das landwirtschaftliche Know-how, seine umfangreichen Kenntnisse des haitianischen Territoriums, seiner Landschaften, seine sozialen Praktiken und nicht zuletzt auch „seiner“ Spezialitäten, entdeckt man auch kulinarische Aspekte aus seiner Landwirtschaft. Von ganzem Herzen hoffe er auf eine bessere Zukunft für alle. ( Artikel in französisch Agrotourismus von Hotel Villa Ban Yen )

Engagierte Bürger

Natacha GomezVielel der haitianischen Frauen und Männer setzen sich für eine bessere Zukunft in Haiti ein. Einige tun dies durch ihre Bürgerbeteiligung an der lokalen Verwaltung ihrer Gemeinden. Einige unterstützen die Förderung des haitianischen gastronomischen Erbes, darunter Capois (Cap-Haïtien) Natacha Gomez, Gründerin der Firma Investa Haiti und Schöpferin der Marke 100% Lokal, die sich auch für den Planeten einsetzt.

Andere arbeiten mit der Feder des haitianischen Ökonomen und Autors Fritz A. Jean und seinem kürzlich erschienenen Buch "Haiti, eine Ökonomie der Gewalt", um den Leser für die aktuelle Realität des zerfallenden haitianischen Staates und seiner Gefahren zu sensibilisieren. Er hoffe aber auch auf einen möglichen Übergang zu einer gemeinsamen wirtschaftlichen Führung im digitalen Zeitalter.

Und Ja, wir müssen die haitianische Krise und ihre katastrophalen Auswirkungen auf die Menschen und das Land verurteilen, aber auch die unermüdliche Militanz der Haitianer, die Vorläufer des Friedens und des Fortschritts für Haiti, bekannt machen. Behalten Sie den kritischen Geist, bleiben Sie objektiv, denunzieren Sie das Negative, aber stützen Sie auch das Positive. Geben Sie Haiti eine Chance das man Haiti auch anders sehen kein.

Frei übersetzt nach einem Artikel von: Annik Chalifour, Kolumnistin und Journalistin bei https://l-express.ca schrieb schon mehrere Berichte über Haiti und nachhaltigen Tourismus. Juristische Ausbildung. 22 Jahre humanitäre und gemeinnützige Arbeit. Dozent auf postsekundärer Ebene. Original

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